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AT&S
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Die AT & S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft, kurz AT&S, ist ein Hersteller von IC-Substraten und Leiterplatten in der HDI-Microvia-Technologie sowie Lieferant fĂŒr die Mobilfunkbranche, Automobilelektronik, Industrieelektronik und Medizintechnik.cite-ref-2[2]
Contents
âą Struktur
âą Geschichte
âą 1987 bis 1998
âą 1999 bis 2004
âą 2005 bis 2010
âą 2011 bis heute
âą Ausblick 2023/24
âą Kunden
âą Weblinks
âą Einzelnachweise
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Struktur
Hauptsitz des Konzerns ist Leoben in der Steiermark. AT&S unterhĂ€lt in Ăsterreich derzeit zwei ProduktionsstĂ€tten fĂŒr Leiterplatten (Leoben, Fehring; bis 2013 zusĂ€tzlich Klagenfurtcite-ref-3[3]cite-ref-3-4-0[4]) und betreibt weitere Leiterplattenwerke in Indien (Nanjangud bei Mysuru), China (Shanghai, sowie einem Werk fĂŒr IC-Substrate und mSAP in Chongqing).cite-ref-3-4-1[4] DarĂŒber hinaus existieren weltweit zahlreiche Vertriebsniederlassungen in Deutschland, Hongkong, Indien, Japan, Taiwan und USA. Eine neue High-End-ProduktionsstĂ€tte fĂŒr IC-Substrate wird derzeit in Kulim, Malaysia, errichtet. Zudem wird in Leoben ein europĂ€isches Kompetenzzentrum mit angeschlossener Serienproduktion fĂŒr IC-Substrate-Technologien gebaut.
Jedes der weltweiten Werke von AT&S ist auf ein dediziertes Technologieportfolio fokussiert: Die österreichischen Werke beliefern vor allem den europĂ€ischen, aber ebenso zunehmend den amerikanischen Markt. Gesamt fokussieren sich die Werke in Ăsterreich, Indien und Korea auf kleine und mittlere Serien fĂŒr den Industrie- und den Automobilsektor. In China werden GroĂserien fĂŒr Kunden aus dem Bereich mobile EndgerĂ€te gefertigt.cite-ref-4-5-0[5]
Shanghai und Leoben sind mit ihren Forschungseinheiten auĂerdem wesentliche Technologietreiber innerhalb der AT&S Gruppe.cite-ref-4-5-1[5]
Geschichte
1987 bis 1998
Das Unternehmen entstand im Jahr 1987 aus drei in den 1970er-Jahren gegrĂŒndeten Teilunternehmen: Einer BetriebsstĂ€tte der Körting Elektronik in Fehring, welches zuvor 1979 von Elin ĂŒbernommen worden war und den Namen Steirische Elektronik hatte (Fernseher und Leiterplatten), einem Zweigwerk von Eumig in Fohnsdorf und einer BetriebsstĂ€tte der Voest Alpine in Leoben, seit 1990 mit der E+E Leiterplattenholding als Muttergesellschaft.cite-ref-6-6-0[6] Das Unternehmen war bis zur Privatisierung im November 1994 im Besitz der staatlichen Holding ĂIAG. Nach erfolgtem Verkauf an das Bieterkonsortium Androsch/Dörflinger/Zoidlcite-ref-5-7-0[7] wurde es 1995 in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Im Jahr 1998 streckte AT&S das erste Mal seine FĂŒhler international aus und kaufte das damalige indisch-kanadische Unternehmen Indal Electronics in Nanjangud im GroĂraum Bengaluru in Indien.cite-ref-6-6-1[6]
1999 bis 2004
In den Jahren 1999 bis 2008 war die AT&S an der Deutschen Börse in Frankfurt am Main notiertcite-ref-5-7-1[7], von 2003 bis 2008 war sie im TecDAX gelistet.cite-ref-8[8]
Im Jahr 2000 fand die Eröffnung des neuen Logistikzentrums in Nörvenich in Deutschland statt. Es wurde um das Jahr 2012 wieder geschlossen. Im selben Jahr war auch die schrittweise Inbetriebnahme des neu gebauten Werkes Leoben-Hinterberg II. im Jahr 2001 wurde das AT&S-Werk in Augsburg, welches zwei Jahre zuvor von Siemens und einem chinesischen Investor gekauft worden war, geschlossen.cite-ref-6-6-2[6] Im Jahr 2002 startete die Produktion im neuen Werk in Shanghai, VR China. Gleichzeitig etablierte sich AT&S unter den Top-3-Unternehmen im Bereich HDI/Microvia weltweit.cite-ref-5-7-2[7] Seit 2002 wurde die AT&S auch weltweiter Lieferant fĂŒr Nokia und Siemens. Schwerpunkte im Jahr 2003 waren die Konzentration auf drei GeschĂ€ftsbereiche: Telekommunikation, Automobile, Industrie- und Medizintechnik, sowie die Asien-Offensive mit der Investition in ein indisches Werk. Im Jahr 2004 wurde in Shanghai der Bau des Werkes II beschlossen.
2005 bis 2010
Im Jahr 2005 war der Start des AT&TACK-Projektes: Kundenorientierung im europĂ€ischen Markt, Konzentration auf die Bereiche Medizintechnik und Industrieelektronik. Es folgte die Spezialisierung der Werke in Fohnsdorf (starrflexible Leiterplatten) und Fehring (flexible Leiterplatten) auf europĂ€ische NischenmĂ€rkte.cite-ref-6-6-3[6] Willi Dörflinger wechselte vom Vorstand in den Aufsichtsrat. Harald Sommerer (CEO), Steen Hansen (CFO) und Heinz Moitzi (CTO) wurden das neue Vorstandsteam. 2006 wurde das zweite Werk in Shanghai eröffnet und das Werk in Fohnsdorf wurde geschlossen und mit Leoben zusammengelegt (Bereiche HDI und SPP/Spezialprodukte-Prototypen).cite-ref-9[9] Weiters wurde die koreanische Firma Tofic Co. Ltd., Hersteller flexibler Leiterplatte, akquiriert.cite-ref-5-7-3[7] Im Jahr 2007 war der Ramp-up des dritten AT&S-Werkes in Shanghai. Bis 2008 notierte das Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse. Nach einer Ăbergangsphase mit Doppellisting in Frankfurt und Wien notiert AT&S nun ausschlieĂlich an der Wiener Börse.cite-ref-5-7-4[7] 2009 gab es eine neue Produktionsausrichtung. Seitdem konzentriert sich die österreichische Produktion auf hochwertige Nischen im Automotiv- und Industriesegment und das Werk in Shanghai auf das High-End Mobile Device Segment. Im Jahr 2010 erfolgte der Produktionsstart von Werk II in Indien.cite-ref-5-7-5[7]
2011 bis heute
Seit 2011 wird an dem neuen Werk in Chongqing (China) gebaut.cite-ref-5-7-6[7] Dieses Werk war ursprĂŒnglich als weiteres HDI-Leiterplattenwerk geplant, dieser Plan wurde jedoch Ende 2012 geĂ€ndert, als man 2013 Intel als neuen Kunden gewinnen konnte.cite-ref-5-7-7[7] Seitdem ist das Werk zur einen HĂ€lfte als Produktionsstandort fĂŒr IC Substrate fĂŒr Desktops und Notebooks und zur anderen HĂ€lfte fĂŒr die nĂ€chste Technologiegeneration mSAP (substratĂ€hnliche Leiterplatten) im KerngeschĂ€ft fĂŒr mobile EndgerĂ€te ausgelegt.cite-ref-10[10] Im Februar 2014 wurde mit der Einbringung der ersten Maschinen begonnen.
Der Bau des neuen Werks in Chongqing gliedert sich in zwei Aufbauphasen. Nachdem im Jahr 2016 schon mit der teilweisen Serienproduktion von IC Substraten begonnen wurde, konnte die erste Phase im Juni 2017 komplett abgeschlossen werden. Seit Juli 2017 können IC-Substrate (Werk 1) fĂŒr Server und Computing-Anwendungen (Desktop und Notebooks) fĂŒr Halbleiterkunden und die neue Technologiegeneration mSAP (Werk 2) fĂŒr mobile EndgerĂ€te auf jeweils zwei Fertigungslinien produziert werden.cite-ref-1-12-0[12] DafĂŒr wurden insgesamt, nachdem sich das Unternehmen im Jahr 2015 dazu entschlossen hatte die Gesamtinvestitionen am Standort Chongqing bis 2017 von EUR 350 Millionen auf etwa EUR 480 Millionen zu erhöhen,cite-ref-13[13] rund 510 Mio. Euro investiert.cite-ref-2-14-0[14] Aufgrund der laufenden Technologieevaluierung im Werk 1 hat AT&S beschlossen, den Ausbau im laufenden GeschĂ€ftsjahr 2017/2018 noch nicht zu beginnen. Ein weiterer Ausbauplan fĂŒr das Werk 2 in Chongqing ist derzeit in Evaluierung.cite-ref-1-12-1[12] Das Werk in Chongqing bietet noch Platz fĂŒr je zwei Fertigungslinien im Werk 1 und 2.cite-ref-2-14-1[14]
Am 19. MĂ€rz 2018 wurde die erneute Aufnahme der AT&S Aktie in den ATX wirksam. Somit befindet sich das Unternehmen unter den 20 nach BörsenumsĂ€tzen und Streubesitzkapitalisierung gröĂten an der Wiener Börse notierten Unternehmen.cite-ref-15[15]
Im Juni 2021 wurde bekannt, dass in Malaysia ein neues Werk fĂŒr IC-Substrate gebaut werden soll. Der Start der Serienfertigung ist ab Ende 2024 geplant. Diese Investition soll mit bis zu 1,7 Milliarden Euro innerhalb mehrerer Jahre die gröĂte der Firmengeschichte werden.cite-ref-16[16]cite-ref-17[17]
Im MĂ€rz 2022 wurde in Leoben der Grundstein fĂŒr ein europĂ€isches Kompetenzzentrum mit angeschlossener Serienproduktion fĂŒr IC-Substrate-Technologien gelegt. Der Start der Produktion war fĂŒr 2024 geplant.cite-ref-18[18] Nach dreijĂ€hriger Bauzeit eröffnete das neue IC-Substrat-Werk Anfang Juni 2025.cite-ref-19[19]
Der Umsatzeinbruch im GeschĂ€ftsjahr 2023/24 wird mit einer deutlichen AbschwĂ€chung der MĂ€rkte fĂŒr mobile EndgerĂ€te und Industrieapplikationen begrĂŒndet.cite-ref-20[20]
Nach dem RĂŒcktritt von Andreas Gerstenmayer, der seit Februar 2010 CEO der AT&S war, beginnt das Unternehmen nun mit der Suche nach einem Nachfolger. Gerstenmayer hatte am 24. September 2024 angekĂŒndigt, seine Funktion als CEO aus persönlichen GrĂŒnden mit 30. September 2024 niederzulegen.cite-ref-21[21]
Unternehmenszahlen
Kennzahlen laufendes GeschÀftsjahr 2022/23
| Ergebnis nach IFRS [ 24 ] | Q1 22/23 [ 25 ] | Q1 23/24 | VerÀnderung in % |
|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse in Mio. EUR | 503 | 362 | -28 % |
| EBITDA in Mio. EUR | 137 | 75 | - 45 % |
| EBITDA-Marge | 27,3 % | 20,7 % | - |
| EBIT in Mio. EUR | 73 | 8 | -88 % |
| EBIT-Marge | 14,5 % | 2,3 % | - |
| Konzernergebnis in Mio. EUR | 96 | -2 | - |
Ausblick 2023/24
Im GeschĂ€ftsjahr 2023/24 wird sich AT&S weiter auf die Investitionsvorhaben in Kulim konzentrieren und den Ausbau des Standorts in Leoben weiter vorantreiben sowie Technologie-Upgrades an anderen Standorten durchfĂŒhren.
FĂŒr die Segmente von AT&S gestalten sich die Erwartungen derzeit wie folgt: Die Marktgegebenheiten bei IC-Substraten bieten mittel- bis langfristig erhebliche Wachstumsmöglichkeiten. Im Bereich der mobilen EndgerĂ€te bleiben der Mobilfunkstandard 5G wie auch das GeschĂ€ft mit Modulleiterplatten ein positiver Treiber. Bei Automotive sollte sich die Halbleiterknappheit etwas entspannen und der Wachstumstrend sich somit verstĂ€rken. Bei Industrial und Medical erwartet AT&S weiterhin eine positive Entwicklung.
Kennzahlen im Jahresvergleich von 2007 bis 2023
| Ergebnis nach IFRS [ 26 ] | GJ 07/08 | GJ 08/09 | GJ 09/10 | GJ 10/11 | GJ 11/12 | GJ 12/13 | GJ 13/14 | GJ 14/15 | GJ 15/16 | GJ 16/17 | GJ 17/18 | GJ 18/19 | GJ 19/20 | GJ 20/21 | GJ 21/22 | GJ 22/23 | GJ 23/24 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Umsatzerlöse in Mio. EUR | 485,7 | 449,9 | 372,2 | 487,9 | 514,2 | 541,7 | 589,9 | 667,0 | 762,9 | 814,9 | 991,8 | 1.028,0 | 1.000,6 | 1.188,2 | 1.589,9 | 1.791 | 1.550 |
| EBITDA in Mio. EUR | 79,8 | 52,4 | 34,5 | 95,9 | 103,4 | 102,4 | 127,2 | 167,6 | 167,5 | 130,9 | 226 | 250,1 | 194,5 | 245,7 | 349,5 | 417 | 307 |
| EBITDA-Marge | 16,4 % | 11,6 % | 9,3 % | 19,7 % | 20,1 % | 18,9 % | 21,6 % | 25,1 % | 22,0 % | 16,1 % | 22,8 % | 24,3 % | 19,4 % | 20,7 % | 22,0 % | 23,3 % | 19,8 % |
| EBIT in Mio. EUR | 42,1 | â1,1 | â25,6 | 46,5 | 42,1 | 31,4 | 53,9 | 90,1 | 77,0 | 6,6 | 90,3 | 117,2 | 47,4 | 79,8 | 126,5 | 146 | 31 |
| EBIT-Marge | 8,7 % | â0,2 % | â6,9 % | 9,5 % | 8,2 % | 5,8 % | 9,1 % | 13,5 % | 10,1 % | 0,8 % | 9,1 % | 11,4 % | 4,7 % | 6,7 % | 8,0 % | 8,2 % | 2,0 % |
| Konzernergebnis in Mio. EUR | 41,3 | â5,8 | â37,6 | 35,0 | 26,5 | 14,6 | 38,2 | 69,3 | 56,0 | â22,9 | 56,5 | 89,0 | 21,5 | 47,4 | 103,3 | 137 | -37 |
Produkte â Business Units
AT&S hat zum 1. April 2023 die bisherigen GeschĂ€ftsbereiche âMobile Devices & Substratesâ sowie âAutomotive, Industrial & Medicalâ neu strukturiert. Das Unternehmen wird kĂŒnftig nach den GeschĂ€ftsbereichen âElectronics Solutionsâ und âMicroelectronicsâ gegliedert. Die Berichterstattung wird daher entsprechend angepasst. Die GeschĂ€ftsbereiche werden jeweils durch ein Mitglied des Vorstands vertreten. Peter Schneider wird den Bereich âElectronics Solutionsâ und Ingolf Schröder den Bereich âMicroelectronicsâ leiten. âElectronics Solutionsâ bĂŒndelt die AktivitĂ€ten in den Bereichen Leiterplatten und Module gruppenweit, wĂ€hrend âMicroelectronicsâ den Schwerpunkt auf IC-Substrate legen wird.
Die Umstellung erfolgt in erster Linie aus zwei GrĂŒnden: Die neue Struktur wird die strategische FĂŒhrung des Unternehmens unterstĂŒtzen. Der bisherige GeschĂ€ftsbereich âMobile Devicesâ liegt inhaltlich nĂ€her an der bisherigen GeschĂ€ftseinheit âAutomotive, Industrial & Medicalâ als an âSubstratesâ, sodass eine Zusammenlegung die Synergieeffekte und die strategische Steuerung verbessert. DarĂŒber hinaus reagiert das Unternehmen damit auf die WĂŒnsche des Kapitalmarktes. Das neue Berichtsformat erleichtert den Vergleich mit den Wettbewerbern in den jeweiligen GeschĂ€ftsbereichen sowie die Beobachtung der strategischen Entwicklung des Unternehmens.cite-ref-7-27-0[27]
Kunden
AktionÀrsstruktur
| HauptaktionÀre [ 27 ] | Anteil |
|---|---|
| Streubesitz | 64 % |
| Dörflinger Privatstiftung | 18 % |
| Androsch Privatstiftung | 18 % |
Weblinks
Commons
: AT&S
â Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
âą Website von AT&S
Einzelnachweise
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cite-note-3-44. â AT&S Worldwide. In: www.ats.net. AT&S Leiterplatten, abgerufen am 21. April 2016.
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